Fuck You because I loved You
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Langsam spazierte ich durch den dunklen Park. Ich genoss es, einfach mal die Seele baumeln zu lassen. An nichts zu denken. Am Tag musste ich immer voll da sein. Ja, meine arbeit als Krankenschwester war nicht leicht. Ich steuerte geradewegs auf den kleine Teichs am anderen Ende des Parks zu. Ja, ich freute mich wahnsinnig darauf. Hier kam ich immer her wenn es mir nicht gut ging. Oder einfach um den Tag abzuschließen. Neben dem Teich ließ ich mich ins Gras fallen. Eine leichte Brise durchwehte mein Haar. Ich sah auf. Gleich hinter dem Teich war der Friedhof. Durch einen Zaun vom Park getrennt. Einige Kerzen brannten. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen empfand ich es hier überhaupt nicht unheimlich. Ich mochte es sogar lieber in der Nacht hier zu sein als am Tag. Es war irgendwie eine wunderbar beruhigende Atmosphäre. Mein Blick fiel auf ein Grab. Jedes mal wenn ich hier war, brennte eine Kerze. Jedes mal starrte ich wie gebannt darauf. Ich kämpfte schon oft mit dem Gedanken einfach mal hinzugehen. Doch irgendwas hielt mich dann doch wieder auf. Auch dieses Mal starrte ich nur so darauf. Sie brennte irgendwie heller als die anderen. Ich wollte wissen wer dort begraben war. An wen da so gedacht wird. Das Tag für Tag eine Kerze da brennt. Bei keinem anderen Grab war das so. Das war mir schon aufgefallen. Ich spielte wieder mit dem Gedanken einfach mal hinzugehen. Doch ich verwarf ihn schnell wieder. Wieder blockte mich irgendetwas. Ich seufzte. Vielleicht komm ich einfach mal am Tag hier her. Ich stand auf und machte mich langsam auf den Weg nach Hause. Morgen musste ich wieder fit für die Arbeit sein.

Es war 6 Uhr Abend und ich war gerade wieder auf dem Weg zu dem kleinen Teich. Ich hatte beschlossen heute endlich zu dem Grab zu gehen das mich so in seinem Bann hatte. Außerdem wollte ich meine Familie auch mal wieder besuchen. Ich öffnete das Eisentürchen und trat ein. Zuerst ging ich erst mal zu dem Grab meiner Familie. Schnell zündete ich eine Kerze an und ging dann zu dem Grab weiter vorne. Ich wollte nicht das Alte Erinnerungen hoch kommen. Ich mochte meine Eltern obwohl sie mich hassten. Vor dem Grab blieb ich stehen. Am Tag hatte es nichts besonderes an sich. Die Kerze brannte nicht. Es stand tatsächlich nur die 1 Kerze da. Aber wenn sie Tag für Tag am Abend brannte hatte er ja wohl irgendjemanden der ihn sehr lieben muss. Ich kenne das Gefühl von Liebe nicht. Ich hatte schon lange keinen Freund mehr. Und die, die ich hatte... ja da konnte man nicht Liebe dazu sagen. Schnell zündete ich meine Kerze an und ging wieder zu „meinem“ See. Ich ließ mich schon wie am Vortag ins Gras fallen und dachte nach. Langsam dämmerte es. Ich schloss für einen Moment die Augen. Plötzlich hörte ich ein Knacksen. Mein Blick fiel hinüber zum Friedhof wo das Knacksen her kam. Er blieb am Grab hängen wo jetzt die Kerze brannte. Mein Herz fing an zu rasen. Ich sah um mich. Keiner war da. Es wurde immer dunkler um mich herum. Der laue Wind begann stärker zu wehen. Mein Körper war überzogen von Gänsehaut. Was hatte es mit dem Grab auf sich? Ich hatte Angst, doch irgendetwas hielt mich davon ab hier weg zu gehen. Die anderen Kerzen auf dem Friedhof waren durch den Wind ausgegangen. Auch meine die ich vorher an dem Grab des Jungen angezündet hatte. Nur noch die eine brannte. Ich wandte meinen Blick ab. Ich konnte nicht länger hin sehen. Erschrocken wich ich ein Stück zurück und fing schneller an zu Atmen. Auf der anderen Seite des Teiches saß ein Junge. Ungefähr in meinem Alter. Er sah mich an, lächelte leicht. Ich lächelte leicht zurück. Dann stand ich auf und ging. So schnell hatte ich noch nie den Park verlassen. Wer war dieser Junge? Warum hatte ich nicht gehört wie er gekommen war? Er musste an mir vorbei wenn er auf die andere Seite wollte. Müde ließ ich mich in mein Bett fallen. Bei den Gedanken an den geheimnisvollen Jungen schlief ich ein. Am nächsten Tag kam ich unausgeschlafen zur Arbeit.

Auch dieser Tag war endlich vorbei und ich machte mich wieder auf den Weg in den Park. Heute war ein junger Mann Mitte 20 gestorben. Wir hatten ihn nicht mehr retten können. Womöglich war es auch noch meine Schuld gewesen. Hätte ich das Wiederbelebungsgerärt nur schon früher griffbereit gehabt. Eine Träne rann über meine Wange.
„Hey warum weinst du?“ hörte ich plötzlich eine Stimme neben mir. Ich schreckt zurück und sah zu meiner rechten. Der Junge von gestern saß neben mir und blickte mir tief in die Augen.
„Ach gar nichts“ nuschelte ich erschrocken. Mein Herz fing an zu rasen.
„Wenn nichts wäre würdest du nicht weinen“ Ich rang mit mir selbst ihm alles zu erzählen. Ich hatte Angst vor dem Jungen. Obwohl ich es mir nicht eingestehen wollte. Er hatte etwas unheimliches an sich.
„Du musst keine Angst vor mir haben“ lächelte er leicht. Ich begann leise zu erzählen. Danach ging es mir irgendwie besser und wir redeten über alles mögliche.
„Wieso hast du gestern eigentlich eine Kerze an dem Grab da hinten angezündet?“ fragte er plötzlich aus heiterem Himmel als wir eine Weile geschwiegen hatten.
„Ich... ich... ich weiß es nicht“ fing ich an zu stottern. Ich wusste es wirklich nicht.
„Wie heißt du denn?“ fragte der Junge.
„Jamie und du?“
„Ich...heiße Bill“ zögerte er kurz. Sofort riss ich meine Augen auf. Bill. Dieser Name stand doch auch auf dem Grab. Ich schüttelte den Kopf das konnte nicht sein.
„Vielleicht ist es so“ sagte er leise.
„Was ist so?“ fragte ich. Das er der ist, der da begraben unter der Erde liegt?
„Ja genau das meine ich“ Kann er Gedanken lesen?
„Ja das kann ich“ sagte er diesmal lauter. Was zum Teufel ist das für ein Ding.
„Bitte bezeichne mich nicht als Ding. Nenn mich einfach Bill. Und bitte hab keine Angst vor mir.“ Lachte er leicht. Wie soll ich denn keine Angst haben. Da is einer vor mir der meine Gedanken ließt und noch dazu meint er ist tot. Er lächelte mich leicht an. Ich sah seine spitzen Eckzähne. Ich wich ein Stück von ihm zurück. Nein. Vampire gibt es nicht.
„Doch wie du siehst... aber bitte hab keine Angst. Ich tu dir nichts“ wollte er nach meiner Hand greifen. Ich zog sie schnell von ihm weg. Wie soll man da keine Angst haben bitte. Ich wollte aufstehn und wegrennen. Doch ich konnte nicht.
„Bitte... geh nicht“ meinte er jetzt schon fast flehend. Ich atmete schnell.
„Wieso... wieso willst du das ich hier bleibe?“
„Ich will nicht alleine sein... ich wollte dich schon lange kennen lernen... du warst jeden Abend da... ich hab gesehn das du mein Grab immer so angesehen hast und dann hast du eine Kerze angezündet und dann... ich möchte dich kennen lernen.“
Aber wieso ausgerechnet mich?, dachte ich.
„Ich weiß nicht... du hast irgendetwas besonderes“
„Wieso kannst du Gedankenlesen?“ fragte ich ihn.
„Das können nicht viele Vampire... ich weiß nicht wieso ich es kann“ lachte er diesmal wieder etwas.
„Du musst wirklich keine Angst haben. Ich werde dich nicht beißen. Das möchte ich dir nicht antun glaub mir.“
„Ist es so schlimm ein Vampir zu sein?“ rutschte es mir raus.

„Naja... am Anfang ist es schwer... man gewöhnt sich daran... ich bin schon seit 25 Jahren ein Vampir ich wurde damals gebissen als ich gerade einmal 22 Jahre alt war. Ich hatte eine Freundin, eine Wohnung eine gute Arbeitsstelle... alles was ich haben wollte. Und dann war ich, wie du immer, hier in diesem Park und dann habe ich hier ein Mädchen getroffen. Ich hab mich ein wenig mit ihr unterhalten. Ich musste eingeschlafen sein. Jedenfalls kann ich mich ab da an nichts mehr erinnern. Nicht das sie mich gebissen hatte oder sonst was. Nur an die Eckzähne die sie hatte. Ich bin dann in der Nacht in der Kapelle da im Friedhof wach geworden. Ich wollte hinaus gehen und hab dann mein Grab gesehen. Dann wusste ich schon was los war. Am Anfang war es schlimmer als jetzt. Ich hatte überhaupt keine Gefühle. Alles war tot. Mittlerweile geht das alles schon wieder so einigermaßen.“ Er seufzte und ließ sich zurück ins Gras fallen.
„Was ist denn mit deiner Freundin passiert?“
„Ich weiß es nicht... ich habe sie gesucht aber nie gefunden...“ Ich sagte nichts mehr darauf. Ich wusste nicht was ich darauf sagen sollte. Er tat mir Wahnsinnig leid. Ich hatte keine Angst mehr vor ihm.
„Stimmt es das Vampire Menschen töten?“
„Nur wenn sie Blut brauchen. Zu jedem Vollmond. Noch etwas an was man sich gewöhnen muss... Aber ich hab noch nie einen Menschen umgebracht... ich nehm mir immer die Kühe von so nem komischen Bauern.“
„Ja ich kenne einen Bauer der sich immer aufregt das seine Kühe ganz plötzlich tot umfallen“ musste ich lachen und an meinen Großvater denken.
„Tut mir leid ist er sehr sauer?“ fragte er grinsend.
„Nein, nein das wird ja alles schön verarbeitet“ lachte ich.
„Du musst langsam wieder nach Hause du musst morgen arbeiten“ sagte er plötzlich. Erschrocken sah ich auf die Uhr. Scheiße es ist bereits 2 Uhr.
„Das kannst du laut sagen“ lachte Bill. Irritiert sah ich ihn an. Seine Spitzen Eckzähne kamen wieder zum Vorschein.
„Ich meld mich krank. Ich will nicht noch mal Schuld sein das irgendjemand sterben muss“ wurde ich wieder leiser. Er legte einen Arm um mich. Ich zuckte zusammen. So lange kenn ich ihn ja nicht. Ich weiß nicht ob ich ihm so vertrauen kann. Was wenn er mich doch beißt? Wir saßen noch eine Weile stillschweigend nebeneinander bis ich dann um kurz nach 3 beschloss nach Hause zu gehen. Ich zog mein T-Shirt aus und roch leicht den Duft von Bill wo seine Hand gelegen hatte. Eine Gänsehaut überzog meine Körper. Ich schaute einen Moment auf das T-Shirt bevor ich es in den Wäschekorb warf und in mein Bett ging wo ich auch sofort wieder einschlief.
Am nächsten Morgen wurde ich von meinem Wecker geweckt. Naja der dachte noch immer das ich heute arbeiten gehe. Aber wenn er mich schon mal weckt kann ich ja anrufen und sagen das ich nicht komme. Aber heute bleib ich nicht wieder so lange. Irgendwie war es selbstverständlich heute wieder zum Teich zu gehen. Ich wollte Bill wieder sehen. Den Vormittag über verbrachte ich im Bett mit schlafen und fern sehen. Am Nachmittag putze ich den Käfig von meinen Ratten mal so richtig gründlich das er wieder glänzte und als ich dann fertig war, war es schon wieder fast Abend. Ich ging mich duschen da ich jetzt nach Ratten stank und stand jetzt unschlüssig vor meinem Kasten und wusste nicht was ich anziehen sollte. Schlussendlich zog ich eine schwarze Hose und ein rotes T-Shirt aus dem Schrank und verschwand dann schnell wieder ins Bad um mich zu schminken. Ich musste grinsen als ich feststellte das ich mich hier aufführte als ob ich zu nem Date gehen würde. Aber war es denn nicht irgendwie wie ein Date? Es war zwar nichts ausgemacht und es war auch nicht sicher das Bill kommen würde. Aber ich hoffte es inständig. Ich wollte ihn unbedingt wieder sehen.

Er hatte was faszinierendes an sich. Ich brauch noch irgendetwas in meinen Haaren. Das sieht so... wo ist denn meine rote Masche? Und noch ein wenig roten Lippenstift. Ja das passt ja alles wunderbar. Dann zog ich meine roten Chucks an und machte mich lachend auf den Weg in den Park. Wie eine 14 Jährige. Im Park setzte ich mich sofort wieder zum Teich und sah hinüber zum Grab. Die Kerze leuchtete nicht. Wieso denn nicht? Was hat es eigentlich mit der Kerze da auf sich? Ich könnte ihn ja heute auch mal fragen. Aber es war ja auch noch nicht sonderlich spät. Erst kurz vor 8 und immerhin haben wir Sommer da wird es nun mal etwas später dunkel. Mit was vertreib ich mir denn jetzt die Zeit bis es dunkel wird? Mit was hab ich sie mir bis jetzt immer vertrieben? Nachdenken. Ganz genau. Aber über was denn? Heute habe ich keine sonderlichen Probleme über die ich mir jetzt den Kopf zerbrechen konnte. Ich war eigentlich ganz glücklich. Ich saß noch eine ganze Weile da bis mir plötzlich jemand auf die Schulter tippte. Erschrocken drehte ich mich um und sah Bill breit grinsend hinter mir stehen. Es war ja schon dunkel, stellte ich erschrocken fest.
„Ja so schnell kann es gehen. Wie geht’s dir denn heute so? Siehst glücklich aus.“ lachte er.
„Joa ganz gut. Ich bin auch glücklich. Ich freu mich das du da bist. Und dir?“
„Total supi. Ich dachte du kommst nicht mehr weil... naja weiß nicht vielleicht hast du ja doch zu große Angst oder so.“
„Nee... ich find dich nett“
„Ich weiß“ grinste er mich wieder an und seine Eckzähne blitzten wieder im Mondlicht.
„Sag mal was hat es eigentlich mit der Kerze da auf sich? Wieso brennt die immer so hell und auch wenn es stürmt und so?“
„Jedes mal wenn ich in der Nacht weg geh fängt die an zu brennen. Also ich mein jetzt aus der Kapelle da. Je weiter ich mich entferne desto heller brennt sie. Schau jetzt brennt sie nicht so hell“
„Ist es nicht total schlimm vor seinem eigenen Grab zu stehen. Ich mein jetzt... ich weiß nicht wie ich das sagen soll...“
„Naja auch am Anfang. Aber wie schon gesagt man gewöhnt sich irgendwann dran. Am Anfang bin ich da überhaupt nicht damit klar gekommen ich konnte da nicht vorbei gehen. Bis dann halt das erste mal Vollmond war. Da musste ich dann raus.“
„Kennst du sonst keine Vampire?“
„Also ich hab hier in der Gegend noch keinen gesehen. Naja doch einmal. Voriges Jahr war hier einer für ne Woche oder so... aber ansonsten war ich immer alleine und konnte mit niemanden wirklich reden. Aber jetzt bist ja du da“
„Jaaa... mich wirst du nicht mehr so schnell los“ lachte ich.
„Will ich auch gar nicht“ legte er seinen Arm um mich und grinste mich an. Ich ließ meinen Kopf auf seinen Schulter fallen und wir saßen einen Moment still da und dachte nach. Aber ich kann ja jetzt eigentlich nicht mal so richtig frei nachdenken. Er weiß ja alles was ich denke. Das heißt ich darf nicht denken wie geil er aussieht. Also das streichen wir dann mal weg... mach ich dann zu Hause weiter. Ui jetzt hab ich ja doch darüber nach Gedacht. Ich sah hoch zu Bill der leicht grinste.
„Ließt du gerade meine Gedanken“
„Najaaaa... so ein bisschen vielleicht. Ich finds süß wenn du da so deine Selbstgespräche fürst... überhaupt wenns um mich geht“
„Ja das kann ich mir vorstellen“ schmollte ich los.
„Ooohh... bist du jetzt böse? Nicht böse sein“ drückte er mich weiter an sich und umarmte mich. Ich fing an zu grinsen und legte auch meine Arme um ihn. Er ließ sich zurück ins Gras fallen und ich fiel mit. Mein Kopf lag auf seiner Schulter und wir sahen uns nur grinsend an.

„Hast du die Sternschnuppe gesehn?“ fragte ich ihn nach einer weile.
„Nein... aber du darfst dir jetzt was wünschen“ grinste er mich an.
„Na lieber nicht... du kannst Gedankenlesen dann weißt du ja was ich mir wünsch und dann wird der Wunsch nicht wahr“
„Und wenn ich dir verspreche deine Gedanken nicht zu lesen?“
„Hmm... ich weiß nicht... okay aber wirklich nicht“
„Nein. Ehrenwort“
„Wehe du ließt die jetzt dann bin ich ewig böse“
„Du weißt eh nicht ob ich sie lese oder nicht. Vertrau mir wenn ich dir versprech ich werde deine Gedanken nicht lesen mach ich das auch nicht“
„Geht das nicht automatisch“
„Nee... bei mir nicht...“
„Ich will auch Gedanken lesen können“
„Dann müsst ich dich jetzt beißen aber das mach ich nicht“
„Und wenn ich es so wollen würde?“
„Willst du es?“ fragte er mich erschrocken. Ich sagte nichts. Ich wusste nicht genau was ich war so glücklich wenn ich bei ihm war. Ich lachte viel mehr als sonst. Das fiel mir jetzt zum Ersten mal so richtig auf.
„Jamie?“
„Ich weiß es nicht...“
Dann schwiegen wir wieder und sahen weiter in den Himmel. Plötzlich lehnte sich Bill über mich und fing an meinen Hals zu küssen. Ich schluckte. Er wollte mich doch jetzt nicht beißen oder? Ich spürte kurz seien Zähne an meinem Hals und zuckte weg.
„Ich hätte dich nicht gebissen...“ flüsterte er und küsste mich weiter. In meinem Bauch fing es an zu kribbeln. Ui nein das ist gar nicht gut. Ich verlieb mich gerade in einen Vampir den ich einen Tag kenn und... ich bin kein Vampir. Das kann gar nicht gut gehen. Was macht denn meine Hand da? Legt die sich gerade in seinen Nacken? Kann er auch steuern was ich da so mache?
„Nein kann ich leider nicht“ grinste er frech, hörte auf und legte sich wieder hin. Noch immer kribbelte es in meinem Bauch. Wie krank bin ich eigentlich ich bin mit einem Vampir befreundet?!, schoss es mir durch den Kopf.
„Ich find das gar nicht krank ich find das schön“ Naja wenn ich so nachdenke... ich finds auch schön.
„Du kannst es ruhig auch laut sagen“
„Hui... ich hab gar nicht mitbekommen das ich das nur gedacht habe... sag mal... kannst du eigentlich auch die Gedanken von anderen Vampiren lesen?“
„Na so viel ich weiß nicht... deswegen würd ich dich ja nicht beißen... is manchmal recht amüsant was du da denkst“
„Na danke“
„Bitte gern geschehen... aber schön das dir das vorhin gefallen hat“ grinste er mich frech an. Nicht so frech grinsen das kommt gar nicht gut. Bill fing nur an zu lachen.
„Du bist gemein ich geh jetzt nach Hause“ stand ich auf und klopfte mir die Hose ab.
„Nein noch nicht gehen“ hüpfte er erschrocken auf.
„Ich muss morgen arbeiten. Ich kann mich nicht schon wieder krank melden.“
„Hmm... ja... darf ich noch ein bisschen mitkommen?“
„Wenn du willst“
„Darf ich dann auch mit in deine Wohnung“
„Ja klar“ lachte ich und wir gingen zusammen zu mir nach Hause.
„Ich geh mich schnell umziehn setzt dich irgendwohin“ verschwand ich sofort ins Bad. Was soll ich denn jetzt anziehn? Ich wollte ja nicht schlafen gehen.

Ich schnappte mir schnell eine Boxershort und ein normales Top. Wird schon gehen so. Immerhin hab ich im Sommer ja auch nicht viel mehr an. Als ich aus dem Bad kam lag Bill schon im Bett. Der Junge nahm sich ganz schön war raus. Einfach so bei ner wildfremden ins Bett zu steigen. Na ok so wildfremd bin ich ja auch nicht mehr. Ui nein. Schon wieder hab ich es vergessen. Naja er sieht nicht mehr gerade sehr wach aus. Ich schätz mal so... Trancezustand. Ich ging etwas näher und stellte mich davor. Ja so haben wirs gern. In MEIN Bettchen legen und einschlafen. Ich bin diejenige die arbeiten muss nicht du mein Lieber. Ja und der zufriedene Gesichtsausdruck, zu dem muss man nichts mehr sagen... Was denkst du denn? Soll ich auf der Couch schlafen oder was?
„Buh“ riss er auf einmal die Augen auf. Ich quietschte auf und flog zurück. Bill saß vor mir und lachte sich kaputt.
„Du bist gemein“ verschränkte ich die Arme und fing an zu schmollen.
„Du bist sooo süß. Was du dir da immer schön alles zusammendenkst...“ schmiss er sich zu mir auf den Boden und legte einen Arm um meinen Bauch und zog mich mit sich runter sodass wir da lagen und er halb über mir war. So lagen wir bestimmt 5 Minuten da und grinsten uns nur an. Dann stand Bill auf.
„Süßes Outfit“
„Danke“ wurde ich rot und schmiss mich ins Bett um mich bis zum Kinn zuzudecken.
„Oooohh du musst dich nicht schämen. Darf ich zu dir kommen?“
„Wenn du brav bist“
„Ich bin immer brav“ kam er zu mir unter die Decke und wir legten uns gegenüber hin.
„Was machen wir jetzt?“ fragte Bill putzmunter“
„Schlafen.“ Gähnte ich. War irgendwie klar das er noch nicht müde war. Wenn er die ganze Nacht durchschläft.
„Naja aber da kann ich nichts dafür. Das ist nun mal so“
„Wenn ich ein Vampir wäre dann könnten wir uns die ganze Nacht sehen und so sehen wir uns nur immer ein bisschen in der Nacht“
„Ja aber dafür musst du dein Leben opfern und bist ewig ein Vampir“
„Ich weiß“
„Wie lange darf ich denn noch da bleiben“
„Wie lange hast du noch vor“
„Mir gefällts hier“
„Ach was“ lachte ich.
„Jap... aber ich geh dann so gegen 3...“
„Mach das... und macht die Tür dann wieder zu.“
„Wird ich machen Schatz. Vielleicht noch einen Kaffee“
„Nein Danke ich bin glücklich“ grinste ich und drehte mich auf die andere Seite und schloss meine Augen. Ich spürte wie er seine Hand auf meine Hüfte legte. Mein Bauch fing an zu kribbeln und ich öffnete meine Augen wieder leicht. Es dauerte auch nicht lange war ich auch schon eingeschlafen. Als ich am nächsten Morgen wach wurde war Bill nicht mehr da. Klar. Hatten wir ja so ausgemacht. Aber im Bett roch es noch wunderbar nach ihm. Was ist denn das da? Ein Ring? Er hat seinen Ring da vergessen. Na so ein Pech aber auch. Muss ich ihm den wohl oder übel zurück bringen. Oh mein Gott es ist ja schon spät ich muss los. Schnell sprang ich auf und lief ins Bad um mich fertig zu machen.

Gegen 10 kam ich erschöpft wieder von der Arbeit nach Hause. Na toll. Das mit Bill wird wohl nix mehr. Es dauert sicher noch ein Weilchen bis ich dann im Park bin. Was soll ich denn jetzt machen? Ich will ihn aber sehn.

Plötzlich fing es wie wild hinter mir an zu klopfen. Erschrocken drehte ich mich um und sah Bill auf meinem Balkon stehen und breit grinsend an die Scheibe klopfen. Ich fing an zu lachen ging hin und öffnete ihm die „Tür“. Ein Problem weniger.
„Ich hab dich soooo vermisst“ fiel er mir um den Arm. Huuuiii. Na das war eine Begrüßung. Ich drückte ihn genau so fest an mich wie er mich an sich. Ich spürte wie sich die Glücksgefühle in meinem Körper ausbreiteten. Er hob mich hoch und fing an sich zu drehen. Als ob wir uns ein Jahr nicht mehr gesehen hatten. Allmählich kam er dann wieder zum stehen und sah mich glücklich an. Bitte Küss mich. Bitte küss mich. Er kam mir immer näher. Nur noch wenige Millimeter trennten unsere Lippen voneinander. Ui gleich. Und endlich berührten sich unsere Lippen. Ich hatte meine Hände auf seinen Schultern und er seine auf meiner Hüfte. Ich fühlte mich also ob mein Körper nur aus Schmetterlinge bestehen würde. Er stupste mit seiner Zunge kurz gegen meine Lippen und ich öffnete sie einen Spalt breit. Einen Moment später spürte ich seine Zunge auch schon an meiner wie er leicht darüber strich. Dann löste er sich plötzlich.
„Ich hab meinen Ring hier vergessen“ nuschelte er jetzt leise. Was war denn jetzt los?
„Äh ja hier“ gab ich ihm den Ring der auf meinem Nachtschrank lag.
„Ich muss dann auch schon wieder weg“ drehte er sich um und ging richtung Tür.
„Aber wieso? Du bist doch gerader er gekommen?“
„Ich muss noch was erledigen sorry“ und im nächsten Moment war er auch schon wieder weg. Ich lief zum Fenster und sah nach draußen. Nichts war mehr zu sehen. Nur noch die schwarze Nacht die der Mond ein wenig erleuchtete. Es war Vollmond. Vielleicht war das der Grund wieso er so schnell weg musste. Ich hoffte es. Ich drehte mich um und verschloss wieder die Glastür und ging dann zum Bett um mich umzuziehen und mich hinein zu legen. Plötzlich klopfte es erneut und Bill stand wieder vor der Tür. Na anders überlegt? Ich stand noch einmal auf und öffnete ihm.
Er legte kurz seine Lippen wieder auf meine.
„Sorry hab ich vergessen. Schlaf gut. Träum von mir. Morgen reden wir wieder weiter aber ich brauch jetzt... naja du weißt schon nicht das ich noch in versuchung komme und...“
„Schon okay du musst dich nicht rechtfertigen. Also treffen wir uns dann morgen wieder?“
„Ja ich komm vorbei. Ist dann denk ich leichter für dich wegen dem Arbeiten und so“
„Ja... danke“
„Bitte“ drückte er mir noch einmal einen Kuss auf die Lippen drehte sich um winkte mir noch einmal und sprang vom Balkon. Oh mein Gott. Das kann er doch nicht machen.
„Bill“ kreischte ich auf und stürzte nach vorne. Doch er flog nur lachend an mir vorbei und verschwand dann endgültig. Ach wie schön. Er hat mich jetzt noch 2 mal geküsst. Ich fing an breit zu grinsen und hopste in mein Zimmer. Jetzt kann ich gar nicht mehr schlafen. Ich will auch ein Vampir sein. Ich war mir jetzt ganz sicher. Ich wollte unbedingt ein Vampir sein. Immer bei Bill sein. Ich hatte noch nie so etwas gefühlt wie gerade eben. Aber soll ich jetzt noch zu ihm? Wir wollten uns doch morgen sowieso treffen. Aber eigentlich wusste ich das er in der Scheune von meinem Großvater war. Naja vielleicht sucht er sich ja deswegen eine andere weil er die von meinem Großvater nicht mehr anfassen will. Na ein Versuch ist es Wert. In Rekordgeschwindigkeit zog ich mich wieder und lief so schnell ich konnte ein paar Straßen weiter zu meinem Opa in die Scheune. Boa hier stinkts, dachte ich als ich die Stalltür öffnete. Ich schaute mich um. War Bill hier?
„Bill“ fragte ich leise.

Immerhin war das Haus von meinem Großvater direkt daneben, das Fenster war offen und er hörte echt alles. Nichts rührte sich.
„Bill?“ fragte ich noch mal etwas lauter.
„Ja?“ wurde mir jetzt auch geantwortet und eine schwarze Gestalt tauchte hinter der Kuh fast ganz hinten im Stall auf. Ich lief zu ihm.
„Was ist denn los?“ fragte er mich erschrocken da ich ihm gefolgt war.
„Ich will auch ein Vampir sein“ nuschelte ich in sein T-Shirt als ich ihm um den Hals fiel.
„Was? Nein Jamie. Das kann ich nicht. Das ist jetzt nur im Moment so und... das geht wieder vorbei du willst nicht wirklich ein Vampir sein.“
„Doch Bill ich will immer bei dir sein... ich...“
„Jamie... ich kann das nicht... was wenn du es dir später anders überlegst... und ich will keine Menschen töten. Und schon gar nicht dich...“
„Bitte Bill“ ließ ich ein wenig von ihm ab und sah ihm tief in die Augen. Meine Hand ging wie automatisch zu seinen Lippen und wischte ihm ein Tröpfchen Blut weg welches dort noch von der Kuh klebte. Dann kam ich ihm immer näher und legte meine Lippen auf seine. Er legte seine Hände wieder fest um mich. Ich fuhr mit meiner Zunge über seine Lippen bis er sie öffnete und ich mit seiner Zunge anfing zu spielen.
„Bist du dir sicher das du das willst?“ fragte er mich leise und ließ von mir ab.
„Ja. Ganz sicher“ er sah mir noch einmal in die Augen bevor er Anfing meinen Hals zu küssen. Genau so wie gestern. Ich klammerte mich an sein T-Shirt. Rechnete jeden Moment damit das er in meinen Hals beißt. Er griff mit einer Hand nach einer von meinen die andere hatte er auf meinen Rücken gelegt. Ich spürte kurz seine Zähne und dann wie er noch einmal kurz über die gleiche Stelle leckte. Ich drückte mich ein Stück mehr zu Bill und im nächsten Moment spürte ich wie er in meinen Hals biss. Einen Moment war noch alles normal. Bill schaute mir wieder in die Augen und langsam verschwamm das Bild und alles wurde schwarz. Ich bemerkte wie ich den Boden unter meinen Füßen verlor. Mein ganzes Leben rauschte an mir vorbei und dann war plötzlich alles weg.

„Jamie? Wach auf. Komm schon es ist Nacht und... ich will dir nicht mehr beim schlafen zusehen“ hörte ich eine Stimme in mein Ohr flüstern.
„Bill?“
„Ja?“
„Bin ich tot?“
„Naja... ein Vampir... hast du es dir anders überlegt? Ich wusste ich hätte es nicht tun solln“
„Nein ich hab es mir nicht anders überlegt ich wollte nur noch mal sicher gehen.“ Öffnete ich jetzt meine Augen und sah direkt in seine.
„Okay gut“ küsste er mich kurz.
„Wie lange hab ich denn geschlafen?“
„Naja so... 2 Nächte vielleicht? Dein Begräbnis ist schon vorbei...“
„Gehen wir nachher zu meinem Grab... und ich hab Durst“
„Okay wenn du das wirklich willst... und natürlich dann machen wir einen Abstecher bei deinem Opa“ Bill half mir oben aus dem Stroh.
„Wo ist denn hier die Leiter damit ich runter komm?“ fragte ich als keine Leiter weit und breit war und wir hier 5 Meter in der Luft rumsaßen.
„Nichts Leiter. Süße du kannst fliegen“ lachte er.
„Naja ich weiß nicht sogenau...“
„Komm her“ nahm er mich an der Hand und zog mich mit runter.
„Biiiiiiill“ schrie ich doch er flog einfach weiter mit mir nach draußen und schön langsam bekam ich Gefühl dafür und wir flogen zu der Scheune meines Großvater. Händchenhaltend gingen wir in die Scheune und suchten eine passende Kuh für mich. Bill zeigte mir „wie ich es genau machen musste“. Wir hatten eine Menge Spaß zusammen. Seit langem war ich richtig glücklich. Und es war anders als Bill es mir erzählt hatte. Ich hatte noch Gefühle. Ich spürte noch immer wie sehr ich Bill liebte. Und ich hoffte wir würden für immer zusammen bleiben. Jetzt stand uns nichts mehr im Weg.

~Ende~